100 Jahre Frauenwahlrecht: Gitta Connemann MdB zu Gast bei der FU Lohne

Am vergangenen Montag empfing die Frauenunion Lohne Besuch aus dem Deutschen Bundestag. Vor rund 50 interessierten Frauen und Männern hielt Gitta Connemann MdB einen engagierten Vortag zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht und warum wir Frauen in der Politik brauchen“.

Unter den vielen Besuchern waren auch die regionalen Politikerinnen und Politiker wie Helena Hoon, stellvertretende Landrätin, Ingrid Thole als stellvertretende Landes- und Bezirksvorsitzende der Frauenunion, Bürgermeister Manfred Wellen und Monika Wassermann als Kreisvorsitzende der Frauenunion.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann hält einen begeisternden Impulsvortrag anlässlich des 100. Jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deutschland

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann hält einen begeisternden Impulsvortrag anlässlich des 100. Jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deutschland

Begrüßt wurden die ca. 50 Gäste von der Ortsvorsitzenden der Frauenunion Lohne Walburga Stevens und ihrem Vorstandsteam. In ihrer Eröffnungsrede erinnerte Frau Stevens daran, dass Frauen vor 100 Jahren das aktive und passive Wahlrecht in Deutschland erhielten und stellte die Frage, was Frauen hundert Jahre später mit diesem Erfolg verbinden. Generationen hatten hartnäckig gekämpft, um den erbitterten Widerstand gegen das Frauenwahlrecht zu überwinden. Frau Stevens machte trotz aller Fortschritte deutlich, dass Frauen 100 Jahre später von einer angemessenen Vertretung in Parlamenten noch weit entfernt sind. Zusätzlich wies sie auf weitere gesellschaftliche Benachteiligungen vieler Frauen hin, wie beispielsweise eine schlechtere Bezahlung bei gleicher Arbeit. Zusätzlich mangelt es an Flexibilisierungsangeboten zum beruflichen Wiedereinstieg der Mütter und die ungenügende rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungszeiten.

Monika Wassermann schloss sich ihrem Grußwort direkt an und betonte, dass CDU Frauen bereits seit 70 Jahren in der Politik um eine gleichwertige Politikteilhabe kämpfen. In der Grafschaft Bentheim sind die Frauen der Frauenunion schon seit 52 Jahren aktiv und haben auch viel erreicht. Leider werden Frauen auch heute noch bei der Listenverteilung und Mandatsvergabe nicht angemessen berücksichtigt. „Wir brauchen die Frauenunion auch noch nach 70 Jahren, mehr denn je!“

Anschließend berichtete Bürgermeister Manfred Wellen über aktuelle Entscheidungen aus dem Verwaltungsausschuss. In der Gemeinde Wietmarschen sollen in diesem Jahr für alle Kinder, die einen Krippen- oder Kitaplatz benötigen ein Platz angeboten werden. Familienfreundlichkeit wird in der Gemeinde großgeschrieben wird.

Die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann begrüßte alle Anwesenden persönlich und freute sich über das breite Spektrum an Gästen. Mitreißend und authentisch stieg sie in das Thema ein. Mit dem Zeitungszitat von 1918 „Deutsche Frauen sind die freiesten auf der Welt!“ warf Gitta Connemann zwei Fragen in den Raum: Würden Zeitungen das heute auch noch schreiben und finden Frauen das heute auch noch?

Gitta Connemann machte deutlich, dass ein geringer Frauenanteil in den politischen Gremien aus ihrer Sicht vor allem einen Verlust von Ressourcen und Perspektiven darstelle. Frauen haben in vielen Dingen einfach eine andere Sicht der Probleme und könnten zu einer besseren Lösungsfindung beitragen.

Connemann legte den Finger offen und ehrlich in die Wunde: nach wie vor sind ihrer Meinung nach viel zu wenig Frauen in den Gremien vertreten. Sie verwies darauf, dass in der CDU nur 25 % der Mitglieder weiblich sind. Das liege aber nicht nur an den Männern, sondern auch daran, dass Frauen zu schnell an sich zweifeln und sich das Leben untereinander schwer machen. Mit einem Schmunzeln verwies sie auf die Tatsache, dass statt der Vereidigung so vieler Ministerinnen im neuen Bundestag in den Medien vorwiegend über die Tatsache diskutiert wurde, dass zwei Frauen denselben Hosenanzug trugen. „Ich glaube nicht, dass das jemanden bei einem männlichen Kabinettsmitglied interessiert hätte“, gab sie zu bedenken.

Connemann bedauert, dass Frauen viel zu selten Frauen wählen würden. So würden Frauen Männern politische Ämter eher zutrauen als Frauen. Sie rief dazu auf, sich dies bewusst zu machen Bei vielen Frauenthemen, wie beispielsweise bei der Mütterrente seien es jedoch es am Ende die parteiübergreifend agierenden Frauen, die diesen wichtigen Punkt erstritten haben. Connemann schloss ihren Vortrag mit einem Zitat von Elenor Roosevelt, der man nachsagt, sie habe enormen Einfluss auf die Meinung ihres Mannes gehabt: „Frauen sind wie Teebeutel. Erst wenn Du sie ins heiße Wasser wirfst, erkennst du, wie stark sie sind.“

Abschließend begeisterte der Projektchor die Zuhörer mit selbstgedichteten Liedern zum 100 jährigen Wahlrecht bevor es zum gemütlichen Teil ging.

Bei ihrem Schlusswort hob Frau Stevens noch einmal hervor, dass die Frauenunion Lohne offen sei für alle Frauen " egal ob jung, ob alt, ob berufstätig oder nicht, ob mit Familie oder ohne, ob aus Lohne, Wietmarschen, Schwartenpohl oder … . Denn nur wenn Frauen zusammenhalten, können sie viel bewegen!