GN Bericht von Freitag 17.März 2006 zur Nominierung von Alfons Eling zum Bürgermeisterkandidat.

Alle 48 anwesenden CDU-Mitglieder aus der Gemeinde Wietmarschen nominierten Amtsinhaber Alfons Eling als Kandidaten für die nächste Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters am 10. September. Der Lohner CDU-Vorsitzende Manfred Wellen formulierte zur Bekanntheit Elings salopp: "Im Duden müsste als Synonym für Bürgermeister der Name Alfons Eling stehen."

Lohne/MM – Beim Anblick der auf den Tischen im Saal Kuhl in Lohne ausgelegten angieorangen Lutschbonbons fragt ein Christdemokrat belustigt: "Schmecken die auch in der Fastenzeit?" Er macht die Probe aufs Exempel und lächelt verschmitzt. Vorn am Rednerpult steht indes Wietmarschens Bürgermeister Alfons Eling und begründet mit einem 15-seitigen Redemanuskript und vielen Fotos, Tabellen und Zeichnungen warum man ihm für weitere acht Jahre den Chefsessel im Rathaus überlassen soll.
Und er hat aus den vergangenen fünf Jahren so einiges an Erreichtem vorzutragen. Die Zahlen der Haushalte waren ausgeglichen, trotz sinkender Förderung des Landes wurden Überschüsse erwirtschaftet, die Gemeindesteuern sind seit 1998 stabil und die Abwassergebühren seit 1999. Die Verschuldung ist von 7,2 Millionen Euro auf knapp 6 Millionen Euro zurückgefahren worden; umgerechnet auf die Wietmarscher Bevölkerung ist die Pro-Kopf-Verschuldung von 655 auf 536 Euro gesunken. "Also um 18,2 Prozent", merkt Eling ausführlich mit einer weiteren Zahl an.
Natürlich fehlen in einer Rede des Bürgermeisters nicht die Themen Gewerbeansiedlungen und Arbeitsplätze. Mit Stolz in der Stimme erklärt Eling: "48 Betriebsansiedlungen in Lohne und Wietmarschen mit fast 600 Arbeitsplätzen sind ein überzeugendes Ergebnis, davon entfallen 18 Betriebsansiedlungen und mehr als 300 Arbeitsplätze auf die letzten fünf Jahre." Und die nächste Erfolgsmeldung kommt gleich hinterher: "Wir haben mit 7,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit in der Grafschaft Bentheim." Was folgt, ist eine lange Liste der Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur.
Sollte Eling, der vor fünf Jahren 80,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, am 10. September erneut die Wahl gewinnen, will er sich dafür einsetzen, "dass sich jeder Ortsteil auch künftig nach seinen Stärken und Chancen weiter entwickelt". Dabei liege es auf der Hand, "dass in Lohne die Chancen mehr bei der Gewerbeansiedlung liegen, während Wietmarschens Chancen mehr beim Tourismus liegen".
Gewerbegebiete ausbauen, Arbeitsplätze schaffen, Bauplätze bereit halten, weitere Angebote am Freizeitsee, Ausbau des Straßen- und Radwegenetzes, Sportanlagen ausbauen und die Feuerwehr unterstützen: die Themenpalette der anstehenden Aufgaben, die Eling jeweils ausführlich vorstellt, ist groß.
Einer der Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit soll die Familienpolitik sein, erklärt der Bürgermeister. Kinder und Berufstätigkeit sollen besser miteinander vereinbar sein. Eling sieht das als wichtigen Standortfaktor an: "Wenn wir als Gemeinde den Familien keine passenden Rahmenbedingungen bieten, dann riskieren wir Wegzug und Überalterung."
Gemeinsam mit den kirchlichen Trägern der Kindergärten will der Bürgermeister "kostengünstige Lösungen für weitere flexible Angebote entwickeln". Gemeint sind ein Mittagstischangebot, ein verbessertes Betreuungsangebot am Nachmittag, eine Verbindung von Betreuungsangeboten in Kindergärten und Grundschulen sowie bezahlbare Angebote gerade auch für Alleinerziehende.
Zur Familienpolitik zählt auch der Ausbau des Schulwesens. "Ich halte es für notwendig, dass wir in den nächsten Jahren ein umfassendes Ganztagsangebot erarbeiten, sowohl für die Haupt- und Realschulen als auch für die Grundschulen", betont Eling und erklärt: "Vielen Müttern ist nicht geholfen, wenn in den Kindergärten Nachmittagsangebote unterbreitet werden, für Grundschüler jedoch nichts geschieht." Da darf natürlich auch nicht die Forderung an das Land fehlen, zusätzliche Lehrer bereit zu stellen. "Landesweit rückläufige Schülerzahlen sollten dies eigentlich auch ermöglichen", sagt Eling mit Blick auf den Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers.
Am Ende einer ausführlichen Bewerbungsrede gibt es neben den auf den Tischen ausliegenden Bonbons auch ein besonderes für den Bürgermeisterkandidaten: Alle 48 anwesenden CDU-Mitglieder votieren in geheimer Wahl für Alfons Eling als CDU-Bewerber bei der Kommunalwahl am 10. September.
Bericht und Foto :GN/Münchow